Giftcocktail für Aktien – was nun, Mr. Stockpicker?

Verkaufen ist bei vielen deutschen Nebenwerten sinnlos. Wie geht Stockpicker Markus Herrmann, Fondsmanager des Deutschlandfonds der LOYS AG, mit der Angst an den Börsen um und welche Investoren nutzen die Situation jetzt für sich aus?

Aktienanleger sorgen sich vor allem um steigende Rohstoff- und Finanzierungskosten, sinkendes Wachstum in China sowie einer langandauernden Kriegssituation in der Ukraine. Obendrein hängen die Notenbanken der Inflationsentwicklung hoffnungslos hinterher. Ihre Zinserhöhungen und das sogenannte Quantitative Tightening bremsen zu einem Zeitpunkt, wo die Wirtschaft eher etwas Unterstützung bräuchte. „Die Börsen haben es mit einem giftigen Cocktail zu tun. Angesichts einer Rekordanzahl an Störfaktoren ist die Anlegerstimmung nun auf dem Tiefpunkt angekommen. Viele kleinere Titel, die als riskant wahrgenommen werden, wurden völlig wahllos abverkauft.“ erklärt Markus Herrmann die Situation der Unternehmen aus der zweiten Reihe. Die Prämie der Large Caps gegenüber kleineren Unternehmen liegt derzeit zwei Standardabweichungen über dem Zwölf-Monats-Durchschnitt. Herrmann erwartet daher eine bevorstehende Trendwende. „In den letzten Jahren war das ein verlässlicher Indikator für einen Wendepunkt zurück zu einer Outperformance der Small- und Midcaps.“ Das genaue Timing lasse sich aus solchen Indikatoren jedoch nicht ableiten.

Tunnelblick sorgt für Schnäppchen

Unter der ausgeprägten Risikoabneigung leidet die Bereitschaft der Anleger zu analysieren, inwiefern die Gewinnentwicklung der Unternehmen abhängig von Rohstoffpreisen oder Lieferengpässen ist. Viele Portfolioholdings werden einfach gegen angeblich weniger riskante Titel ausgetauscht. „Anleger flüchten in vermeintlich sichere Häfen wie Banken oder Grundstoffe. Ein eher irrationales Verhalten, denn diese Sektoren sind tatsächlich zyklisch und würden in einer Rezession keinen Schutz bieten.“ so der Fondsmanager des Deutschlandfonds.

Die stark abverkauften Titel werden neuerdings für zwei ganz besondere Anlegergruppen interessant: Die Führungsriege der Unternehmen selbst, aber auch Private Equity Gesellschaften prägen die Schlagzeilen. Die Manager nutzen dabei ihren tiefen Einblick in die wahren Verhältnisse des Unternehmens. Auffällig sind die hohen Summen dieser sogenannten Directors‘ Dealings. So bezeichnet man die Wertpapiergeschäfte, die Führungskräfte mit ihrem eigenen Geld in den Aktien der Unternehmen tätigen, bei denen sie beschäftigt sind.

Beteiligungsgesellschaften hingegen nutzen ihre langjährige Erfahrung bei Unternehmenskäufen. Sie achten sehr auf niedrige Einstiegswerte und bewerten die Geschäftsaussichten ihrer Beteiligungen besonders gründlich, bevor sie sich langfristig binden. Sie werden angelockt von den inzwischen historisch niedrigen Bewertungen bei soliden Wachstumsunternehmen. Dazu zählen deutsche Aktien wie TeamViewer, Software AG oder Naga Group, die das Interesse großer privater Beteiligungsmanager wie CVC Partners, Peter Thiel oder Christian Angermayer auf sich ziehen. Diese Titel gehören alle auch zu den Holdings des LOYS Premium Deutschland Fonds.

Fakten-Check im Deutschlandfonds

Markus Herrmann sieht sich in seiner fundamentalen Aktienauswahl daher bestärkt. Sie basiert ebenfalls auf langjährigen Erfahrungswerten mit den Geschäftsmodellen kleiner und mittlerer Unternehmen. Seine Analyse bezieht auch kurzfristige Effekte mit in die Zusammensetzung des Fondsvermögens ein: „Der Deutschland Fonds enthält aktuell keine Aktien, die von der russischen oder ukrainischen Wirtschaft abhängig sind. Weniger als ein Drittel der Unternehmen betreibt überhaupt nur ein produzierendes Gewerbe. Somit ist Konjunkturpessimismus für das Portfolio kein echter Störfaktor.“

Den Anteil produzierender Unternehmen im Fonds hat Herrmann in den vergangenen Wochen mit Zukäufen im Windenergie-Sektor aufgestockt. „Kurzfristige Gegenwinde aus hohen Transportkosten und stark gestiegenen Rohstoffpreisen bringen aktuell Unsicherheit in den Sektor. Mittelfristig ändert sich an den Planungen zum Ausbau der Windenergiekapazitäten aber nichts.“ so Herrmann über diese Sondersituation.

Mit einem Anteil von gut 90 Prozent setzt der Fonds auf Defensiv-Titel, deren Gewinnentwicklung entweder unzyklisch ist oder von strukturellen Trends profitiert. Dazu gehören beispielsweise Discount-Anbieter, die den täglichen Bedarf der Menschen abdecken. Aber auch der Weltmarktführer von Kochboxen HelloFresh ist eine wichtige Position im Fonds, die für Herrmann eine besondere Bedeutung hat.

Irrationalität hat einen Namen

„Bei der HelloFresh-Aktie zeigt sich die ganze Irrationalität des Marktes.“ ist Herrmann überzeugt. Die Aktie zählt in der Wahrnehmung vieler Fondsmanager zu den Covid-Gewinnern, deren Sonderkonjunktur vorbei ist. „Aber während bei den typischen Pandemie-Profiteuren die Umsatzentwicklung seit über einem Jahr stagniert, ist HelloFresh dabei, seinen Umsatz seit dem Jahr 2020 auf fast 8 Milliarden zu verdoppeln.“ erläutert der LOYS-Manager. Das Unternehmen sei nachhaltig profitabel und investiere den freien Cashflow in die internationale Expansion.

Mittel- bis langfristig müssen Unternehmensbewertungen in Einklang mit ihren Gewinnaussichten stehen. Ertragsstarke Titel mit einer führenden Wettbewerbsposition, wie HelloFresh, sollten sich mittel- und langfristig stärker als der breite Aktienmarkt entwickeln. Diese Überzeugung bestimmt auch weiter die Aktienauswahl im LOYS Premium Deutschland Fonds. Er setzt auf Unternehmen, deren Gewinne dynamisch und stark wachsen. Dennoch liegt die durchschnittliche Bewertungserwartung der Titel im nächsten Jahr bei einem KGV von nur 17x und für das Jahr 2024 bei 11x während für die Gewinne im Durchschnitt eine Steigerung um gut 40 Prozent erwartet wird.

Stockpicker investieren jetzt günstig

Mit den im Deutschlandfonds gehaltenen Werten partizipieren Anleger im aktuellen Kapitalmarktumfeld von langlebigen Trends. Viele der Unternehmen haben weltweit führende Positionen in lukrativen Nischenmärkten. Zum Teil verfolgen sie rein digitale Geschäftsmodelle. Ihre Gewinne wachsen deshalb stärker als der Durchschnitt. An den Überzeugungen und Erfahrungswerten des Fondsmanagements hat sich seit den letzten Kommentaren hier und hier zur Marktlage nichts geändert.

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